Schwarze Fahnen

„National befreite Zonen“ nennen sie diejenigen, die sie etablieren gedenken. In die Weltöffentlichkeit gerieten sie 2006, als Schlagwort „no go area“ waren sie in aller Munde. Deutschland warb damit, „Die Welt zu Gast bei Freunden“ zu haben. Die „Bundeskanzlerin aller Deutschen“ und ihr Innen- und also Sportminister leugnete seinerzeit jedwede Existenz auch nur einer einzigen vornehmlich von Rechtsextremen für sich in Eigenverwaltung genommenen Region. Zu einem Zeitpunkt als inmitten Berlin schon schwarze Fahnen wehten.

Und trotzdem war in ausgerechnet dem Jahr, indem sich Günther Grass sich zu seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS bekannte, und die veröffentlichte Meinung zum ersten Mal über ihn herfiel bereits zu ahnen: Konservative und insbesondere Christdemokraten müssen auf dem rechten Auge blind sein. Sie gerieren sich nach wie vor als Hohepriester deutscher Innen- und Sicherheitspolitik seit Adenauer. Und ihre höchsten Repräsentanten eben von Adenauer bis Merkel marginalisierten das Problem jeher. Wer denn sonst hetzt seit der Gründung unserer wunderschönen Republik ständig gegen Linke, „Ausländer“ und Andersdenkende, oder lässt Hinterbänkler frei von Kritik derlei Gedankengut im Namen der Partei, die Christlichkeit im Namen trägt, verbreiten? Erika Steinbach, Unterschriftenlisten gegen Ausländer, „jüdische Vermächtnisse“, Extremismustheorie um nur ein paar praktische Beispiele der letzten Jahre aufzuzählen, die Christdemokratie direkt mit verantwortet, und es gipfelte im »Multikulti ist gescheitert, Multikulti ist absolut gescheitert!«.

Heute wissen wir – und das nur aus dem Fahrwasser der sich aus den Ermittlungen um die Zwickauer Terrorzelle ergebenden ungeheuerlichen Einblicke der jüngsten Ausprägung deutschen Rechtsterrorismus, das maßgeblich deutsche Verfassungsschützer damals schon seit Jahren Rechtsterrorismus toleriert und bisweilen gefördert hat. Und wenn diejenigen „Sicherheitsexperten“, die das Problem noch 2006 und inmitten der rechtsextremen Mordserie an Migranten ignorierten, hinstellen und für sich in Anspruch nehmen von all dem nichts geahnt zu haben, ihr „Bedauern und Bestürzung“ rituell inszeniert in Szene zu setzen, wäre ihre Ahnungslosigkeit Grund genug personelle Konsequenzen. Stattdessen lassen sich Rücktritte und substanzielle Änderungen beim Kampf gegen Rechtsextremismus nicht erkennen.

Nun schreiben wir das Jahr 2012, und im zentralafrikanischen Mali greift El Kaida nach der Macht. Sie übernehmen sie dort, wo spontan ein Machtvakuum entstanden ist, weil etablierte Politik, das früher so genannte „Establishment“ – das in Timbuktu und das nach Timbuktu schauende – die Situation verkannt hat. Nun weht die schwarze Fahne von El Kaida über der Hauptstadt von Mali. Günther Grass

Freie Kameradschaften sind nicht nur regelmäßige Begleiterscheinung auf ansonsten kümmerlichen Demonstration, sondern ihre Auswirkungen in Form eben des politischen Vakuums, das klassische Partei auch wesentliche Merkmale solcher regionalpolitischer Infrastrukturdefizite. < http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Kameradschaften#Ideologie_und_Auftreten ,und in der internationalen als der zur Zeit viel Grass

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