Erich Kästner, Autor und Augenzeuge der Bücherverbrennung seiner eigenen Werke

Erich Kästner, der Ende der 1920er, Anfang der 1930er durch seine populären gesellschaftskritischen und antimilitaristischen Schriften Bekanntheit erlangte war auf der Liste verfemter Autoren. Kästner gehörte nicht zu den ersten, die auf den Zug aufsprangen, und dem nie wiedergutzumachenden Brain Drain der deutschen Kultur gen Exil nachgingen.

Der linke Intellektuelle musste wohl, um es begreifen zu können, was da verkündet worden war, selbst zugegen sein. Und also begab es sich und er sich, höchst persönlich zur Verbrennung seiner Bücher am 10. Mai in Berlin.

Am 10. Mai 1958 hielt er in Hamburg anlässlich des 25. Jahrestages der Bücherverbrennung eine denkwürdige Rede.

Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf (…).

Kein Wunder dass angesichts der jüngsten Entwicklungen wieder öfter an die Rede erinnert wird.