Heer, Sturm und Stahl

Beate Zschäpe legt viel Wert auf Inszenierung.

Ihre Anwälte haben nicht etwa typisch deutsche Namen wie Müller, Meier, Schulze, Beate Zschäpes Anwälte hören auf Heer, Sturm und Stahl. Geschichten die das Leben schreibt sind zwar die besten, aber – und da bin ich das erste Mal in meinem Leben das erste Mal einer Meinung mit Die Welt, auch wenn die ihrer Geschichte inzwischen umgetauft haben – diese Geschichte schrieb eine Frau, deren Verbitterung über ein Leben im falschen System jedes Mittel recht zu sein scheint. In dem Fall eben sind die Namen die Botschaft, und das ist die einzige nennenswerte Nachricht die nun um die Welt geht.

Ihr Auftreten heute war betont lässig, der Öffentlichkeit in Persona anwesender Fotografen zeigte sie die kalte Schulter, dem „System“ in Vertretung des vorsitzenden Richter über ihre Anwälte Heer, Sturm und Stahl den ausgestreckten Mittelfinger: Befangen sei der, ausgerechnet weil den Verteidigern, die sich ja in unserer Rechtsordnung zwar nicht mit ihren Mandaten gemein machen aber auch nicht jeden Fall annehmen müssen und offensichtlich, ob des Dreiklang aus Heer, Sturm und Stahl sehr gern mit Zschäpe im Rampenlicht stehen das Misstrauen entgegengebracht und ihnen eine Durchsuchung auferlegt wurde. Das diesem Verfahren jeder unterlag, der dem Verfahren beiwohnen wollte, interessierte die dreisten Drei an der Seite von Zschäpe herzlich wenig. Das Verfahren ist vertagt, die Verteidigung scheinbar Herr der Lage. Doch die dünne heiße Luft, die den Köpfen entwich, als sie mit ihrem Antrag die Mittagspause einläuteten, wird sich verziehen. Wer dann, wenn handfeste Beweise und Zeugen die Taten der drei Rechtsterroristen peu a peu offenlegen, die Lufthoheit hat, darauf kommt es an, nicht auf juristische Winkelzüge.

Ekel erregend.

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