Von Theodor Lessing und Paul von Hindenburg zu Walter Lübcke und Paul Ziemiak

Der deutsche Denker Theodor Lessing stellte bereits 1925 eine Diagnose, der nach sich hinter dem Niemand Paul von Hindenburg sich jemand hervortue, hinter den sich Massen stellen würden. Eine Prophezeiung, die sich 1933 erfüllte – nach heutigen Maßstäben zwei Legislaturperioden später. Er schrieb seinerzeit:

Nach Plato sollen die Philosophen Führer der Völker sein. Ein Philosoph würde mit Hindenburg nun eben nicht den Thronstuhl besteigen. Nur ein repräsentatives Symbol, ein Fragezeichen, ein Zero. Man kann sagen: besser ein Zero als ein Nero. Leider zeigt die Geschichte, daß hinter einem Zero immer ein künftiger Nero verborgen steht.

Q: Digitalisat der Charakterstudie über Paul von Hindenburg

Das Freie Wort richtete mit Albert Einsteins Dringenden Appell das letzte freie Wort im Dritten Reich an die deutsche Öffentlichkeit, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits massenhaft hinter Hitler versammelte.

Dem gefiel das nicht. Deswegen wurde auf die „Ergreifung“ (gemeint war natürlich: Ermordung) des wenig später ins tschechische Marienbad emigrierten Lessing eine Belohnung ausgesetzt. Noch 1933 fanden sich drei Mörder, die den ersten nationalsozialistischen Mord verübten. Wie bei Walter Lübcke suchten die Täter ihr Opfer zu Hause auf und erschossen Theodor Lessing. Wie Lübcke starb Lessing weil der sich gegen Rechte richtete.

Hoffen wir, dass sich Paul Ziemiak nicht im Eifer des Gefechts wider dem Sozialismus zum neuen Paul von Hindenburg entwickelt.