Nicht jede Stilblüte ist Satire.

Die asozialen Netze bringen vielerlei Stilblüten hervor: skurrile wie eine Kochshow vermummter, veganer Noazis (als Tribut an Hitler, denn der war bekanntlich Veganer), aber auch in erster Linie provokative.

Zu den provokativen gehört eine deren Selbstdarsteller offen mit Bezügen auf den Nationalsozialismus auftreten, aber eben gerade noch im rechtsfreien Raum. Und als sie dann Hauptdarsteller einer öffentlich-rechtlichen Dokumenation wurden, klassifizierten sie ihren Kanal trotz Statements wie diesem als „Satire“:

Adolf Hitler (, ein Traum für Hater, denn er ist Künstler, Politiker, Schriftsteller und sein süßer Bart kitzelt beim Küssen. Ach ne, das ist denen ja egal, denn er) ist (außerdem): Patriot. Das ist der eine und einzige Grund warum sich Hitler beim Rest der Welt gehörig unbeliebt gemacht hat.

(https://youtu.be/4nVkL6oGAbQ)

Und ich bin der Meinung: Ja, Satire darf alles, aber nicht alles ist Satire. Das hier fällt nicht einmal unter Kunstfreiheit. Das ist einfach nur nationalkonservative Konserve, und die verhält sich wie die Büchse der Pandorra: Einmal raus kriegst du sie da nicht mehr rein, wie die Zahnpasta in die Tubs.

Parolen der Populisten

In 28 Jahren wird die Konservative Die Linke genau so geißeln wie heute, 28 Jahre nach Ende des Kalten Krieg: „Kommunisten“ werden sie schimpfen, die Nachfolger von Adenauer, die NSDAP-Mitglieder einreihten und obwohl sie die Blockpartei Ost-CDU samt Mann und Maus übernahmen als sei da nichts bei. Und trotzdem die Union längst mit der Oder-Neiße-Grenze abgeschlossen hat, hat sie zugelassen das die Vertriebene schlechthin Jahre lang geistige Brandstiftung betrieb, nicht gegen die Nachbarn, denen ihr Hab uns Gut wieder gehört. Und statt das ländliche Bayern Flüchtlinge mit offenen Armen empfängt, weil sie der einzige Ausweg aus dem demographischen Dilemma sind, und das ist auch gut so, wird von den dortigen Lokalfürsten auch in diesem Jahrtausend noch „nur“ wahlweise gegen „kriminelle“ Ausländer oder „Ausreisepflichtige“ gehetzt, aber alle gemeint, die nicht den Dialekt, die Rituale oder die Hautfarbe teilt.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, der erhobene Zeigefinger, insbesondere wenn die Klinge irgendwann so stumpf ist, wie die Parolen der Populisten.