In Fraktur gegen 130.000 Euro per anno.

Der Teaser endet mit »Mit 130.000 Euro pro Jahr.«

Im ersten Satz des Artikels erwähnt der Autor Rainer Meyer das die »jährlich 130.000 Euro«

Später im Artikel mit dem Titel »« kommt dann die prekäre Urheberschaft derer Einschätzungen zu Sprache: »Das [ein Vermerk, der zur Einstufung der CDU in eine Reihe mit Neue Rechte reicht; Anm. der Redaktion] reicht den jungen Menschen von 16 bis 25, deren Tätigkeit bei no-nazi,net [Der Tippfehler in der Domain ist aus dem Original übernommen, der Verfasser legt wohl wert darauf das niemand aus dem Kreis der Leserschaft der FAZ das Portal selbst in Augenschein nimmt, indem er die URL kopiert.; Anm. der Redaktion] aus einem Topf mit 130000 Euro aus Bundesmitteln finanziert wird, (…). «

Und für die aus gutem Grund anonyme Urheberschaft der Beiträge auf no-nazi.net sind, darauf weist der Autor ganz ausdrücklich hin, trotzdem Verantwortliche auszumachen, und zwar allem voran Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung. Deren Adresse hat der fleißige Autor, wohlweißlich das sich die Leserschaft deren Logo in Fraktur gesetzten FAZ eher aus dem Offline-Milieu rekrutiert. Rainer Meyer muss von der Bild inspiriert gewesen sein, deren Redaktion ihre Leser anlässlich der Bewerbung Deutschlands zur Weltmeisterschaft der Fussballer dazu aufrief, deren Redaktion mit Anfragen zu bombardieren. Ekelhaft.
Und natürlich fehlt auch da nicht der Hinweis auf die finanziellen Mittel i.H.v. »130.000 Euro«, »Förderung [die] unter anderem dazu verwendet werden, die CDU neben klar rechtsextremistischen Organisationen mit „Neonazis“, „Pogromen“ und „Angriffe auf Unterkünfte“ in Verbindung zu bringen.

Was fehlt ist der Hinweis, das rechtsextreme V-Leute etwa ein Vielfaches der 130.000 Euro per anno kassieren, um ihre Aktivitäten überhaupt fortführen zu können. Das hätte irgendwo Platz gefunden, vielleicht indem man auf eine der vier vor Hass den Linken gegenüber strotzenden Erwähnungen eben der 130.000 Euro verzichtet hätte; ausgedruckt passt der Artikel sonst nicht auf die zwei Seiten, auf die er zu Werbezwecken auf eine Klickstrecke hin aufgebläht wurde. Wie die ganze FAZ inzwischen im übrigen aufgeläht wirkt: außen Fraktur, innen Pfui!

Zensurvorwürfe vom Zensor

Ein dem rechten Spektrum nah stehendes Blog fühlt sich bemüßigt, die von Heiko Maas angedachten Mechaniken zur Reduktion übler Hasskommentare verzerrt als Zensur darzustellen. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn das selbe Blog wird meinen Kommentar hier wie die Hand voll zuvor dort geschriebenen sicherlich auch wieder unkommentiert löschen, weshalb ich diesen hier nochmal zweitverwerte:

Was sie bei alldem unterschlagen: Der in Aussicht stehenden Zensur von Inhalten geht 1. eine Prüfung nach rechtsstaatlichen Maßstäben voraus und 2. eine rechtsstaatliches Verfahren, wie es heute schon möglich und üblich ist. Wer heute hetzt, der hat aufgrund der schieren Masse eine gewisse Chance, nicht dafür belangt zu werden. Dem Bundesminister der Justiz ist zu verdanken, das sich das jetzt ändert. Wer rechte Brandstifter feiert, wird zu Rechenschaft gezogen. Mir wäre zwar lieber, das mehr und härter bestraft würde; so ein paar hundert Menschen verachtende, Gewalt verherrlichende Kommentare werden ja noch ein Kavaliersdelikt behandelt, aber wenn sich die gewaltbereite Rechte hiervon bestätigt und zu ihren nächsten Taten veranlasst sieht, sollte das in Zukunft stärker beim Strafmaß berücksichtigt werden. Genau so gehören die Leute vor dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen, Clausnitz usw.usf. für unterlassene Hilfeleistung zur Rechenschaft gezogen, werden sie aber nicht. Werden sie aber zukünftig, dafür wird gesorgt. Und damit wird auch die sich radikalisierende Rechte dezimiert, da bin ich mir sicher, denn wenn es der um eines geht, dann um Beifall.

Der hässliche Deutsche 2.0 verziert halt nicht mehr jüdische Geschäfte mit antisemitischen Botschaften, sondern Kommentarspalten des Internet. Wer sich dabei strafbar macht, der muss zukünftig damit rechnen genau wie bei einer Demonstration aus der Menge herausgegriffen, identifiziert und abgeurteilt zu werden.