überritten

In vielen demokratischen Staaten entwickelt sich die Polizei zu paramilitärischen Truppen. Man muss gar nicht nach Ferguson über den großen Teich schauen, es genügt die kleine Ostsee: Im schwedischen Malmö am Wochenende berittene Polizei in eine gegen Kundgebung von Rechtsextremen gerichtete Gegendemonstration der Antifa auseinandertrieb.

Da die Pferde jedes für sich wohl nicht dazu geeignet sind gegen Menschen zu überrennen, wie mir meine Frau immer wieder versicherte, kann ich mir nur vorstellen das dieser synchrone Ritt dieses Hemmnis beseitigen soll. Das so blutige Gemetzel immer wieder unter Antifaschisten angerichtet werden und das rechtsextreme Spektrum von der Polizei mit diesen und allen Mitteln geschützt wird, erklärt auch die meisten politisch motivierte Gewalt von Links, die angeblich grassiert. Natürlich erzeugt Staatsgewalt Gegengewalt. Diese Gleichung kann nur dadurch entschärft werden, das der Staat nicht immer mehr Polizei zum Schutz verirrter Rechter auf den Nenner und also zum Schutz seines natürlichen Feindes auf den Strich schickt. Es ist doch absurd, das die Polizei des Staates, der von den Rechten zu beseitigen beabsichtigt wird, am brutalsten gegen die Verteidiger des Rechtsstaates vorgeht.

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Ein schleichender Prozess

Das der Weimarer Republik der Garaus gemacht werden konnte hin nicht zuletzt mit der weltwirtschaftlichen Situation als auch damit zusammen das sie jemand beharrliches ausnutzen konnte und zu guter Letzt die starke Konservative gewähren lies bis Vorschub leistete. Machen wir uns nichts vor: Ohne das Zentrum, den schwarzen Sonntag und einer zum langen Marsch durch die Institutionen gewillte Rechte hätte es der kleine eineiige Österreicher schwer gehabt. Aber als dann alle Rahmenbedingungen stimmten ergriff „das deutsche Volk“ die Gelegenheit und die deutsche Rechte die Macht. Das Potential der damaligen Bewegung ging von einem harten Kern aus, der nicht größer war als der das heutige rechtsextreme Spektrum. Und mit der gleichen terminlichen Zurückhaltung geht dir heutige Rechte in den Machtkampf: Der wird mit der Selbstverständlichkeit auf Jahrzehnte ausgelegt, was entweder Realitätssinn entspricht oder keine falschen Erwartungen schüren und in Folge dessen enttäuschte Anhänger hervorbringen soll. Oder alles in einem. Dabei kommt es der Bewegung nicht darauf eine Massenbewegung zu sein. Das gelingt ihr mit dem traditionellen/anachronistischen Weltbild zum Glück auch nicht. Allenfalls BILT -Leser sind so dumm einzelnen Aspekten des gefestigten rechtskonservativen bis rechtsextremen Spektrums Glauben zu schenken. Daher rührt auch die in den letzten Jahrzehntenn zu beobachtenden versuchtem feindlichen Übernahmen ganzer Themenkomplexe wie der Euro-Kritik oder der Umgang mit Kinderschändern. Dabei wird mehr oder weniger erfolgreich versucht nicht als organisierte Partei in Erscheinung zu treten, denen per se schon große Skepsis entgegen gebracht wird. Das selbe Personal aber tut sich dann als Initiatoren von Bürgerinitiativen etwa gegen Asylbewerber-Heime oder Glaubenseinrichtungen hervor.
Sie ködern Stimmvieh, denn um die Sache, also das jeweilige Anliegen, geht es ihnen nicht, sondern um „die Sache“. Dabei handelt sich bei der Ideologie nicht um ein vorübergehendes Phänomen, dessen Symptome sind ja langfristig angelegt. Die einmal Assoziierten werden auf ihre Geisteshaltung überprüft, meist in ungezwungener, etwa beim geselligem Beisammensein nach einer Kundgebung oder Veranstaltung etwa. Gibt es mehr als die eine Überschneidung, wird derjenige an die Szene sachte herangeführt.