Bayrische Verhältnisse

Wenn im bayrischen Rechtsstaat jemand eindeutig der rechtsextremen Szene zugeordnet werden kann und mit einem ebenso der Szene zugehörigen jemand mit Migrationshintergrund ins Krankenhaus prügelt, dann hat das vor allem: keinen rechtsextremen Hintergrund, und wird als solche Gewalttat also auch nicht in der Statistik aufgeführt.

Und wenn der Innenminister auf seiner eigenen Pressekonferenz stolz verkündet, man habe – mit Ansage und nach einem Jahr Vorlauf – die größte rechtsextreme Organisation des Freistaat mal einer Durchsuchung unterzogen, und bekannte Rechtsextreme dann auf eben jener Pressekonferenz auftauchen und dem bayrischen Innenminister gegenüber stehen, stellt man sich die Frage wie wehrhaft dieser fundamental-christsoziale Freistaat wirklich noch ist, der ja „arisch“ sogar schon im Namen trägt.

http://www.youtube.com/watch?v=xnx5HdI58kY

Pogrom mit Ansagen in Marzahn-Hellersdorf

Gestern zeigte der „gute Deutsche“ in Marzahn-Hellersdorf seine hässliche Fratze: In einer Schule wird ein Asylbewerberheim eingerichtet und vor der Tür die Bürger_innen informiert, NPD und Kameradschaften ergreifen die Mikrofone und richten ihre xenophobe Hetze gegen ein leer stehendes weil nutzloses Schulgebäude. In ein paar Wochen werden hier Menschen wohnen, die in unserem Land um Asyl bitten, und dann werden Nationalisten, Rechtsextreme und Wutbürger mitten in Berlin, nur etwa 10 Kilometer vom Kanzleramt ihre ganze Mobilisierungskraft an den Tag legen, um ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren und bis zum 22. September in einen Flächenbrand. Das, was die Polizei da gestern in Marzahn-Hellersdorf geduldet hat, nämlich unter anderem verfassungswidrige Parolen, wird sich dann tagtäglich wiederholen. Es sei denn, Merkel nimmt ihren eigenen Populismus ernst, hält an ihrer Einschätzung, das es in Deutschland keine „national befreiten Zonen“ gibt aufrecht und vertreibt den wütenden Mob von Tag 1 an von der Schwelle der Türen die ansonsten als Tatort für ein Pogrom mit Ansage in die jüngere deutsche Geschichte eingehen würde.

"Schredder-Mann"

Der „Schredder-Mann“ arbeitet jetzt für den ersten Mann im Staat, wieder in Verantwortung für Papiere. Boshaft und krude Theorien von Herrn Sarrazin bemühend könnte man behaupten, das der „Schredder-Mann“ jetzt denjenigen zu Besuch des Bundespräsidenten verhilft, die sich an unserer Reproduktion besonders aktiv beteiligen und zugleich Opfer der Täter sind, die durch sein Schreddern möglichen Beweismaterials Gerechtigkeit einbüßen. Was kann da schon schief gehen!